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TRIAC-Überhitzung: AC-Dimmer wird heiß oder brennt durch

AC-Dimmer wird heiß oder brennt durch? Der TRIAC wandelt ~1,2 V × Laststrom in Wärme um — ein Kühlkörper ist ab 200 W Pflicht. Motorlasten benötigen einen RC-Snubber parallel zum TRIAC. Leistungsstarke rbdimmer-Module 16A+ enthalten NTC und Lüfter mit Bibliotheksunterstützung.

Kurzfassung: Ein TRIAC ist ein aktives Bauteil mit einem Spannungsabfall von ~1,2 V. Bei Lastströmen über 2 A erzeugt er mehrere Watt Verlustleistung. Ohne Wärmemanagement: Überhitzung, Auslösen des Übertemperaturschutzes oder dauerhafter Ausfall. Bei induktiven Lasten (Motoren, Transformatoren) sind die Bedingungen noch härter. Lösung: Kühlkörper, Einhaltung des Nennstroms und Snubber-Schaltung für induktive Lasten.



Problembeschreibung

Der Dimmer funktioniert, aber nach einiger Zeit:

  • Modulgehäuse ist heiß (>60 °C bei Berührung)
  • Die Last flackert nach wenigen Minuten Betrieb
  • Das Modul schaltet sich selbst ab (TRIAC-Übertemperaturschutz)
  • TRIAC ist defekt — Last ist entweder immer auf 100 % oder lässt sich nicht einschalten
  • Brandgeruch vom Modul

All das sind Anzeichen einer TRIAC-Überhitzung.

Typische Forenbeiträge:

  • „Dimmer-Modul wird nach 10 Minuten sehr heiß"
  • „Modul lief einwandfrei, dann blieb die Lampe auf voller Helligkeit"
  • „Brandgeruch vom Dimmer-Modul"
  • „Dimmer flackert nach dem Aufwärmen"



Grundursache


Wärmeentwicklung des TRIAC

Wenn der TRIAC offen ist (leitet), liegt ein Spannungsabfall von ~1,0–1,5 V über ihm an (chipabhängig). Dieser wird zu Wärme:

text
P [W] = Vt × I_Last
Vt ≈ 1,2 V (typisch für BTA16, BTA24)
Beispiele:
  40-W-Lampe  / 220 V: I = 0,18 A → P ≈ 0,2 W  (unkritisch)
  100-W-Lampe / 220 V: I = 0,45 A → P ≈ 0,5 W  (unkritisch)
  200-W-Lampe / 220 V: I = 0,91 A → P ≈ 1,1 W  (Kühlkörper empfohlen)
  500-W-Heizer:        I = 2,3 A  → P ≈ 2,8 W  (Kühlkörper erforderlich)
  1-kW-Heizer:         I = 4,5 A  → P ≈ 5,4 W  (Kühlkörper Pflicht)
  2-kW-Heizer:         I = 9,1 A  → P ≈ 10,9 W (großer Kühlkörper + Lüfter)

Beim Dimmen sinkt die Wärmeentwicklung — aber nicht proportional zur Leistung. Aufgrund der Nichtlinearität der Phasensteuerung beträgt der mittlere Strom bei setPower(50%) ≈ 60–70 % des Maximums → Wärme ≈ 60–70 % des Maximums. Dimensionieren Sie den Kühlkörper für die maximale Lastleistung, nicht für den Arbeits-Dimmpunkt.

Bei induktiven Lasten (Motoren, Transformatoren) ist die Wärmeentwicklung höher aufgrund von Blindstrom und härteren Schaltbedingungen.


Nennstrom ohne Kühlkörper

Der Nennstrom des Moduls (4 A, 8 A) ist mit Kühlkörper angegeben. Ohne Kühlkörper liegt das sichere Maximum bei etwa der Hälfte:

Modul Strom mit Kühlkörper Strom ohne Kühlkörper
RBDimmer 1CH 4A 4 A (~880 W/220 V) ~2 A (~440 W)
RBDimmer 1CH 8A 8 A (~1760 W/220 V) ~4 A (~880 W)
RBDimmer 4CH 10A 10 A/Kanal ~5 A/Kanal



Lösungen



🟢 Kühlkörper am TRIAC montieren

ℹ️ rbdimmer-Benutzer: rbdimmer-Module enthalten bereits das notwendige Wärmemanagement für ihren Nennstrom. Module 16A/24A/40A haben einen eingebauten Aluminium-Kühlkörper, Lüfter und NTC-Sensor. Die folgenden Empfehlungen gelten für Drittanbieter-Dimmer oder wenn Sie selbst einen Dimmer bauen.

Die einfachste und effektivste Lösung — ein Kühlkörper. Für jede Last über 200–300 W ist dies ein Pflichtschritt.

Der TRIAC ist in einem TO-220-Gehäuse mit Metallflansch — der Kühlkörper wird an diesem Flansch montiert.

Kühlkörperauswahl nach Last:

Lastleistung Strom Wärme Kühlkörper
Bis 200 W <1 A <1,2 W Nicht nötig
200–500 W 1–2,3 A 1,2–2,8 W Klein 20×20 mm
500 W–1 kW 2,3–4,5 A 2,8–5,4 W Mittel 40×40 mm
1–2 kW 4,5–9 A 5,4–10,9 W Groß + Lüfter

⚠️ Sicherheit geht vor: Der Metallflansch des TRIAC ist galvanisch mit dem 220-V-Netz verbunden. Verwenden Sie beim Einbau des Kühlkörpers in ein Gehäuse immer ein TO-220-Isolierpad (Glimmer oder Silikon) und eine Kunststoffscheibe unter der Schraube. Ohne Isolierung steht das Gerätegehäuse unter 220 V.

Montage:

text
[Aluminium-Kühlkörper]
       ↕ Wärmeleitpaste / Wärmeleitpad
[TO-220-Isolierpad]  ← Pflicht bei geschlossenen Geräten
[TRIAC-Metallflansch]  ← M3-Schraube mit Kunststoffscheibe
       |
[Modul-PCB]


🔵 Snubber-Schaltung für induktive Lasten

Motor, Transformator, Pumpe? Phasensteuerung induktiver Lasten erzeugt Spannungsspitzen und Stress auf dem TRIAC — eine RC-Schaltung ist nötig.

Bei einer induktiven Last eilt der Strom der Spannung in der Phase nach. Der TRIAC schaltet beim tatsächlichen Strom-Nulldurchgang ab, nicht beim Spannungs-Nulldurchgang — es entsteht eine dv/dt-Spitze, die:

  • Den TRIAC thermisch belastet (Stromstoß bei jeder Zündung)
  • Fehlzündungen verursachen kann (falsches Auslösen)
  • Die Lebensdauer des TRIAC verkürzt

ℹ️ rbdimmer-Benutzer: Alle rbdimmer-Module haben bereits einen RC-Snubber auf der Platine. Ein externer Snubber ist nicht erforderlich. Wenn Sie einen Drittanbieter-Dimmer verwenden — prüfen Sie, ob ein RC-Filter auf der Platine vorhanden ist, bevor Sie eine induktive Last anschließen.

Die RC-Snubber-Schaltung wird parallel zum TRIAC geschaltet (zwischen den Anschlüssen MT1 und MT2):

text
Phase ──┬─── [TRIAC] ───┬─── Last (Motor) ─── Neutralleiter
        │               │
        └── [R 100 Ω]───┘
        └── [C 100 nF, X2 400 V]
        (beide Bauteile parallel zum TRIAC)

Bauteilwerte für 220 V 50/60 Hz:

  • R = 68–100 Ω, Nennleistung 1–2 W (Keramik- oder Metallfilmwiderstand)
  • C = 47–100 nF, Klasse X2, 400 V

⚠️ Der Kondensator muss Klasse X2 sein (für den direkten Anschluss an 220-V-Netz zugelassen). Ein normaler Elektrolytkondensator, Keramik mit 50–100 V oder ein Kondensator ohne X2/Y2-Kennzeichnung — ist gefährlich und kann explodieren.

Wann ein Snubber Pflicht ist:

  • ☐ Induktionsmotor beliebiger Leistung mit Phasensteuerung
  • ☐ Transformatorlasten (Transformator-Netzteile)
  • ☐ Lasten mit Spule (Magnetventile, Relais über einen Dimmer — nicht empfohlen)


  • 🔵 Für Hochleistungsmodule (16A+): rbdimmerThermalESP32

    Verwenden Sie einen leistungsstarken rbdimmer (16 A, 24 A, 40 A) mit ESP32? Eingebauter NTC-Sensor, Lüfter und Temperatursteuerung sind bereits auf der Platine.

    rbdimmer-Module ab 16 A enthalten:

    • Einen Aluminium-Kühlkörper am TRIAC
    • Einen eingebauten 5-V-Lüfter
    • Einen NTC10-Thermistor im Kühlkörper zur Temperaturüberwachung

    For automatic cooling management use the rbdimmerThermalESP32 library:

    cpp
    // Platform: ESP32 + rbdimmer 16A/24A/40A with NTC sensor and fan
    // Library: rbdimmerThermalESP32
    // Requires: rbdimmerESP32 (the main dimmer library)
    #include "rbdimmerESP32.h"
    #include "rbdimmerThermal.h"
    rbdimmer dimmer;
    rbdimmer_thermal_handle_t thermal;
    void thermalCallback(rbdimmer_thermal_event_t event, float temp) {
        if (event == RBDIMMER_THERMAL_OVERHEAT) {
            Serial.printf("OVERHEAT: %.1f°C — power reduced\n", temp);
        }
    }
    void setup() {
        Serial.begin(115200);
        dimmer.begin(18, 19, 50);  // ZC_PIN, DIM_PIN, 50 Hz
        dimmer.setPower(80);
        rbdimmer_thermal_init();
        thermal = rbdimmer_thermal_create(&dimmer);
        rbdimmer_thermal_set_callback(thermal, thermalCallback);
        // Fan turns on at 55°C, critical threshold 80°C
    }
    void loop() {
        float t = rbdimmer_thermal_get_last_temperature(thermal);
        Serial.printf("T=%.1f°C\n", t);
        delay(5000);
    }

    Was die Bibliothek automatisch erledigt:

  • ☐ Schaltet den Lüfter bei Erreichen der Temperaturschwelle ein (Standard 55 °C)
  • ☐ Reduziert die TRIAC-Leistung bei kritischer Temperatur (80 °C)
  • ☐ Notabschaltung bei Überschreitung des Maximums
  • ☐ Erkennung eines NTC-Sensorausfalls
  • Alternative: Jeder ESP32 manages cooling and TRIAC protection autonomously without any MCU code.



    ⚠️ Häufige Fallstricke

    • „4-A-Modul, 3-A-Last — sollte funktionieren, überhitzt aber": 4 A ist der Nennwert mit korrekt montiertem Kühlkörper. Ohne ihn liegt das tatsächliche Maximum bei ~2 A. Montieren Sie einen 40×40-mm-Kühlkörper.

    • „Funktioniert 10 Minuten, dann Flackern": TRIAC-Übertemperaturschutz löst nach dem Aufwärmen aus. Kühlkörper montieren oder Last reduzieren.

    • „Kühlkörper montiert, Gerätegehäuse wird jetzt heiß": Der Metallflansch des TRIAC führt Netzspannung. Ein TO-220-Isolierpad zwischen Flansch und Kühlkörper ist Pflicht.

    • „TRIAC durchgebrannt — Last immer auf 100 %": Ein defekter TRIAC schließt kurz. Die Last erhält volle Leistung ohne Steuerung. Das Modul muss komplett ersetzt werden.

    • „Motor 200 W — scheint wenig, ohne Kühlkörper sollte es gehen": Motorlasten sind härter als ohmsche Lasten gleicher Leistung: Blindstrom, Einschaltstrom (5–8× Nennstrom beim Start), dv/dt-Spitzen beim Abschalten. Kühlkörper + Snubber sind beide erforderlich.

    • „LED-Streifen 100 W am Dimmer — Modul wird heiß": Ein LED-Streifen mit Schaltnetzteil ist keine ohmsche Last. Das Netzteil lädt seine Eingangskondensatoren zu Beginn jeder Halbwelle: Wenn der TRIAC öffnet, fließt ein Einschaltstromstoß 5–10× über dem Nennstrom. Diese I²t-Impulse heizen den TRIAC weit mehr auf als eine äquivalente ohmsche Last. Siehe: load-types/led-lamp-compatibility-triac.md




    Schnell-Check

  • ☐ Last > 200 W? → Kühlkörper erforderlich
  • ☐ Last > 500 W? → Mittlerer Kühlkörper, mindestens 40×40 mm
  • ☐ Last > 1 kW? → Großer Kühlkörper + Zwangskühlung
  • ☐ Induktive Last (Motor, Transformator)? → RC-Snubber
  • ☐ Kühlkörper vom Gehäuse isoliert? → TO-220-Pad
  • ☐ Snubber-Kondensator: Klasse X2, 400 V?
  • ☐ TRIAC defekt (immer 100 %)? → Modul ersetzen


  • Verwandte Probleme

    • LED-Flackern mit Dimmerload-types/led-flicker-triac-dimmer.md
    • LED-Lampenkompatibilität mit TRIAC-Dimmerload-types/led-lamp-compatibility-triac.md
    • Dimmer regelt nicht (PWM-Fehler)troubleshooting/ac-dimmer-not-pwm.md



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