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TRIAC AC-Dimmer Konfigurationsanleitung für Tasmota

This guide explains how to configure and use a TRIAC-based AC dimmer with Tasmota firmware for controlling 230V AC loads such as incandescent lamps, halogen lights, heaters, and other resistive loads.
Tasmota main



Übersicht

Ein TRIAC (Triode for Alternating Current) Dimmer regelt die an AC-Lasten abgegebene Leistung, indem Teile jeder AC-Halbwelle abgeschnitten werden. Dieses Verfahren wird als Phasenanschnitt-Dimmung oder Leading-Edge-Dimming bezeichnet.


Funktionsprinzip

Der Dimmer arbeitet, indem er den Nulldurchgang der AC-Spannung erkennt (Nulldurchgangserkennung) und anschließend den TRIAC-Triggerimpuls verzögert. Je länger die Verzögerung, desto weniger Leistung wird an die Last abgegeben:

  • 0 % Dimmung: TRIAC zündet sofort nach dem Nulldurchgang → volle Leistung
  • 50 % Dimmung: TRIAC zündet in der Mitte der Halbwelle → halbe Leistung
  • 100 % Dimmung: TRIAC zündet nicht → keine Leistung

Die Tasmota-Implementierung ist leistungskalibriert: Eine Dimmereinstellung von 10 % entspricht näherungsweise 10 % Leistungsaufnahme. Damit eignet sich das System ideal für Anwendungen wie die Einspeisung überschüssiger Solarenergie in einen Warmwasserspeicher oder einen Wärmeableiter.


Typische Anwendungsfälle

  • Dimmen von Glüh- und Halogenlampen
  • Steuerung resistiver Heizgeräte
  • Regelung der Lüfterdrehzahl (Universalmotoren)
  • Solarenergie-Überschusseinspeisung in Wärmespeicher
  • Allgemeine Steuerung resistiver AC-Lasten
Warning
TRIAC-Dimmer sind für die meisten LED-Lampen, Leuchtstofflampen und induktive Lasten NICHT geeignet — zumindest nicht ohne entsprechende Kompatibilitätsprüfung. Überprüfen Sie vor dem Anschluss stets den Lasttyp.



Hardwareanforderungen


Benötigte Komponenten

  1. ESP8266 oder ESP32-Board mit installierter Tasmota-Firmware
  2. TRIAC-Dimmermodul mit Nulldurchgangsausgang

Verbreitete Fertigmodule:

  • RBdimmer AC-Dimmermodul (1- oder 4-kanalig)
  • Ähnliche Module auf Basis BTA16/BT136 TRIAC mit MOC3021-Optokoppler


Modulanschlüsse

Ein typisches TRIAC-Dimmermodul verfügt über folgende Anschlüsse:

Modul-Pin Beschreibung
VCC Versorgungsspannung (3,3 V oder 5 V, je nach Modul)
GND Masse (gemeinsam mit ESP)
ZC Nulldurchgangs-Ausgangsimpuls
PWM Dimmer-Steuereingang
AC IN Netzeingang (Phase und Neutral)
AC OUT Lastausgang (zu Lampe/Heizgerät)


Schaltplan (Beispiel)

text
                    ┌─────────────────────┐
                    │   TRIAC Dimmer      │
                    │      Module         │
    ┌───────────────┤                     ├───────────────┐
    │               │  ┌───┐    ┌───┐     │               │
 AC Line ──────────►│  │ZC │    │PWM│     │◄────────── AC Load
 (230V)             │  │Det│    │In │     │            (Lamp)
    │               │  └─┬─┘    └─┬─┘     │               │
 Neutral ──────────►│    │        │       │◄──────────────┘
                    │    │        │       │
                    └────┼────────┼───────┘
                         │        │
                         │        │
                    ┌────┴────────┴───────┐
                    │   ESP8266/ESP32     │
                    │                     │
                    │  GPIO14 ◄───── ZC   │
                    │  GPIO12 ─────► PWM  │
                    │                     │
                    │  VCC ◄───── 3.3V    │
                    │  GND ◄───── GND     │
                    └─────────────────────┘
Danger
Gefahr: Diese Schaltung arbeitet mit Netzspannung (230 V AC). Falsches Verdrahten kann zu elektrischem Schlag, Brand oder Tod führen. Wenn Sie keine Erfahrung mit Netzspannung haben, wenden Sie sich an einen qualifizierten Elektriker.



Tasmota-Konfiguration

Tasmota configuration


Schritt 1: GPIO-Zuweisung

Configure the GPIO pins in Tasmota's web interface:

  1. Navigieren Sie zu Konfiguration → Modul konfigurieren
  2. Nehmen Sie folgende GPIO-Zuweisungen vor:
Funktion GPIO-Komponente Beschreibung
Nulldurchgang Counter4 Empfängt ZC-Impulse vom Dimmermodul
Dimmersteuerung PWM1 Steuert die TRIAC-Zündzeitverzögerung

Beispielkonfiguration (GPIO14 für ZC, GPIO12 für PWM):

GPIO Komponente
GPIO12 PWM1
GPIO14 Counter4

Klicken Sie nach der Konfiguration auf Speichern und warten Sie auf den Neustart des Geräts.


Schritt 2: Grundlegende Befehle

Bevor Sie die Nulldurchgangs- und PWM-Signale physisch anschließen, geben Sie folgende Befehle in der Tasmota-Konsole ein:

SetOption99 1

text
SetOption99 1

Aktiviert die Erkennung der steigenden Flanke des Nulldurchgangssignals. Dies ist für die korrekte Synchronisation mit der AC-Kurvenform erforderlich.

LedTable 0

text
LedTable 0

Deaktiviert die Gammakorrektur. Für Lampen und Heizgeräte wird eine lineare Leistungscharakteristik benötigt: 50 % Dimmer = 50 % Leistung. Die Gammakorrektur ist für die LED-Wahrnehmung ausgelegt und würde die Leistungskurve verfälschen.

SaveData 0

text
SaveData 0

Deaktiviert das periodische Speichern des Dimmer-Zustands im Flash-Speicher. Dadurch wird Flackern vermieden, das durch Schreibvorgänge entstehen kann. Besonders empfohlen für ESP32.

Note
Nach einem Neustart startet der Dimmer im Standardzustand und nicht im zuletzt gespeicherten Zustand.


Schritt 3: Zusätzliche Optionen (Mehr-Kanal-Betrieb)

Bei Verwendung mehrerer PWM-Kanäle (z. B. 4-kanaliges Dimmermodul) führen Sie zusätzlich aus:

text
SetOption68 1

Aktiviert die unabhängige Kanalsteuerung. Jeder PWM-Kanal funktioniert als separate Leuchte und kann einzeln über Channel1, Channel2 usw. gesteuert werden.


Konfigurationsübersicht

Führen Sie diese Befehle der Reihe nach aus, bevor Sie die Hardware anschließen:

text
SetOption99 1
LedTable 0
SaveData 0

Für Mehr-Kanal-Betrieb ergänzen Sie:

text
SetOption68 1



Betrieb des Dimmers


Grundbefehle

Befehl Bereich Beschreibung
Power ON/OFF/TOGGLE Dimmerausgang ein- oder ausschalten
Power 0 Ausschalten
Power 1 Einschalten
Power 2 Umschalten
Dimmer 0–100 Helligkeit/Leistungsstufe in Prozent setzen
Dimmer 50 Auf 50 % Leistung setzen
Dimmer +10 Um 10 % erhöhen
Dimmer -10 Um 10 % verringern


Kanalsteuerung (Mehr-Kanal-Betrieb)

Bei aktiviertem SetOption68 1:

Befehl Beschreibung
Channel1 0..100 Ersten Dimmerkanal steuern
Channel2 0..100 Zweiten Dimmerkanal steuern
Channel3 0..100 Dritten Dimmerkanal steuern
Channel4 0..100 Vierten Dimmerkanal steuern


Überblend- und Übergangseffekte

Befehl Bereich Beschreibung
Fade 0/1 Weiche Übergänge aktivieren (1) oder deaktivieren (0)
Fade 1 Schrittweises Dimmen aktivieren
Speed 1–40 Übergangsgeschwindigkeit (1 = schnellste, 40 = langsamste)
Speed 5 Mittlere Übergangsgeschwindigkeit setzen

Beispielsequenz für sanftes Dimmen:

text
Fade 1
Speed 10
Dimmer 75


Kalibrierungsbefehl

text
ZCDimmerSet

Dieser Befehl dient der Kalibrierung des Nulldurchgangs-Dimmer-Timings. Bei Timing-Problemen entnehmen Sie das genaue Vorgehen der Tasmota-Dokumentation.



Fehlerbehebung


Lampe flackert oder ist instabil

Mögliche Ursachen und Lösungen:

  1. SaveData aktiv: SaveData 0 ausführen, um periodische Flash-Schreibvorgänge zu deaktivieren
  2. Schlechtes Nulldurchgangssignal: Verdrahtung prüfen, sichere Verbindungen sicherstellen
  3. SetOption99 falsch gesetzt: Überprüfen, ob SetOption99 1 aktiv ist
  4. WLAN-Interferenz: SetOption65 1 ausprobieren, um WLAN-Sleep-Übergänge zu reduzieren


Lampe reagiert nicht auf Dimmerbefehle

  1. GPIO-Konfiguration mit der Verdrahtung abgleichen
  2. Prüfen, ob Counter4 dem Nulldurchgangs-Pin zugewiesen ist
  3. Sicherstellen, dass das TRIAC-Modul korrekt mit AC versorgt wird
  4. Zuerst Power 1 testen, um die grundlegende Konnektivität zu prüfen


Dimmbereich zu eng

Manche Lasten lassen sich nicht gleichmäßig über den vollen Bereich von 0–100 % dimmen. Den effektiven Dimmbereich können Sie wie folgt anpassen:

text
DimmerRange 10,100

Hier wird das Minimum auf 10 % und das Maximum auf 100 % gesetzt. Passen Sie den Mindestwert an, bis die Last bei niedrigen Einstellungen zuverlässig arbeitet.


Lampe ist auch bei höheren Dimmerwerten sehr dunkel

Bei aktivierter Gammakorrektur (LedTable 1) ist die Kennlinie nichtlinear. Für resistive Lasten verwenden Sie:

text
LedTable 0


ESP32-spezifisch: Flackern bei WLAN-Aktivität

Für einen stabileren Betrieb auf ESP32 aktivieren Sie Folgendes:

text
SaveData 0
SetOption65 1



Sicherheitshinweise

Wichtige Sicherheitsanforderungen:

  1. Netzspannung immer trennen, bevor Verdrahtungsänderungen vorgenommen werden
  2. Geeignete Gehäuse verwenden — Netzspannungsschaltungen nie offen lassen
  3. Lastkompatibilität prüfen — TRIAC-Dimmer arbeiten am besten mit resistiven Lasten
  4. Nennstrom des TRIAC-Moduls nicht überschreiten
  5. Korrekte Erdung aller Geräte sicherstellen
  6. Geeignete Leiterquerschnitte für den geschalteten Strom verwenden
  7. Geeignete Sicherungen oder Leitungsschutzschalter vorgeschaltet installieren


Lastkompatibilität

Lasttyp Kompatibilität Hinweise
Glühlampen ✓ Ausgezeichnet Ideale Lastart
Halogenlampen ✓ Ausgezeichnet Ideale Lastart
Resistive Heizgeräte ✓ Ausgezeichnet Ideal für Solarüberschuss-Einspeisung
Dimmbare LED-Lampen △ Spezifikation prüfen Must be "leading edge" compatible
Nicht-dimmbare LED ✗ Nein Flackert oder wird beschädigt
Leuchtstoff-/Energiesparlampen ✗ Nein Nicht kompatibel
Motoren (induktiv) △ Eingeschränkt Nur Universalmotoren, mit Vorsicht
Transformatoren ✗ Nein Kann zur Überhitzung führen



Kurzübersicht


Ersteinrichtungsbefehle

text
SetOption99 1    ; Enable ZC rising edge detection
LedTable 0       ; Linear power response
SaveData 0       ; Prevent flicker from flash writes
SetOption68 1    ; Multi-channel independence (if needed)


Normalbetrieb

text
Power ON         ; Turn on
Power OFF        ; Turn off
Dimmer 50        ; Set to 50%
Dimmer +10       ; Increase 10%
Dimmer -10       ; Decrease 10%
Channel1 75      ; Set channel 1 to 75%


Sanfte Übergänge

text
Fade 1           ; Enable fading
Speed 10         ; Set transition speed
Dimmer 100       ; Fade to full brightness



Referenzen

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